Hausarztpraxis Balk & Ortmann | Stadtplatz 30 | 84494 Neumarkt-St. Veit
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Allein in Bayern erkranken jedes Jahr über 8.000 Menschen an Darmkrebs (sogenanntes kolorektales Karzinom). Jährlich sterben über 3.000 Men­schen in Bayern an dieser Krebsart. Darmkrebs ist damit bei Frauen und Männern die zweithäufgste Krebs­erkrankung und Krebstodesursache.

Die gute Nachricht ist: Bei frühzeitiger Diagnose ist Darmkrebs fast zu 100 Prozent heilbar. Die Darmkrebsfrüh­erkennung ist die beste Chance, Leben zu retten. Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums haben gezeigt, dass durch die Vorsorge-Darmspiegelung zwischen 2003 und 2012 etwa 180.000 Darmkrebsfälle verhindert werden konnten.

Um Darmkrebs so früh wie möglich zu erkennen, soll­ten Frauen und Männer spätestens ab dem Alter von 50 Jahren zur Früherkennung gehen. Menschen mit familiärem Risiko sollten schon sehr viel früher einen Arzt aufsuchen und sich beraten lassen. Gleichzeitig ist eine gesundheitsförderliche Lebensweise wichtig, um Darmkrebs vorzubeugen. Experten schätzen, dass sich das Risiko für Darmkrebs durch einen gesundem Lebensstil, zum Beispiel mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung, um rund die Hälfte verringern ließe.

Darmkrebsfrüherkennung

Darmkrebs entsteht fast ausschließlich aus sogenannten Polypen. Man spürt sie nicht und sie verursachen meist keine Beschwerden. Diese Wucherungen der Darm­schleimhaut sind zunächst gutartig, können aber im Lau­fe von Jahren zu bösartigen Tumoren entarten – sofern man sie nicht zuvor bei einer Vorsorgeuntersuchung ent­deckt und anschließend entfernen lässt.

Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab. Dieses Blut ist mit dem bloßen Auge meist nicht zu erkennen. Mit einem einfachen Okkultbluttest können unsichtbare Blutspuren im Stuhl erkannt werden. Der jährliche Okkultbluttest wird ab einem Alter von 50 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Die zuverlässigste Methode, um bösartige Tumore im Frühstadium zu erkennen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen ab dem 56. Lebensjahr die Durchführung einer Vorsorge­ Darmspiegelung sowie einer weiteren Darmspiegelung zehn Jahre später.

Besondere Risikogruppen

Menschen mit familiär erhöhtem Risiko für Darmkrebs, dessen genetische Grundlagen derzeit noch nicht umfas­send bekannt sind, nachgewiesene oder mögliche Anlage­träger eines erblichen Darmkrebs sowie Personen, die an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, haben ein besonderes Erkrankungsrisiko.

Bis zu 30% der Darmkrebsfälle treten familiär gehäuft auf. Für Verwandte ersten Grades (z. B. Eltern, Geschwister) eines Patienten mit Darmkrebs ist das mittlere Erkran­kungsrisiko etwa zwei­ bis dreifach erhöht. Eine weitere Risikoerhöhung besteht, wenn der oder die Betroffene in der Familie vor dem 60. Lebensjahr erkrankt ist. Ver­wandte ersten Grades von Patienten mit Darmkrebs sollten sich daher unbedingt ärztlich zu geeigneten Mög­lichkeiten der Vorsorge beraten lassen – und zwar unab­hängig vom Alter.

Die Angst vor einer Darmspiegelung ist unbegründet!

Dank modernster Geräte und qualizierter Ärztinnen und Ärzte ist die Untersuchung heute weitgehend schmerz­frei. Die Patientin oder der Patient kann sich durch eine Beruhigungsspritze in einen leichten Dämmerschlaf versetzen lassen oder die Untersuchung auf Wunsch am Bildschirm mitverfolgen. Wenn Polypen gefunden wer­den, werden diese während der Untersuchung direkt entfernt und die Entstehung von Darmkrebs kann da­ durch verhindert werden. Zeigt die Untersuchung einen unauffälligen Befund, wird eine Folgeuntersuchung nach zehn Jahren empfohlen.

Wir beraten Sie bei der Darmkrebsvorsorge und führen die entsprechenden Untersuchungen durch. Bei Darmspiegelungen kooperieren wir mit erfahrenen Fachärzten, an die wir Sie bei Bedarf überweisen. Bitte sprechen Sie uns bei allen Fragen und Unsicherheiten an!

Vorbeugung Darmkrebs – was Sie selbst tun können:

Rauchen Sie nicht!

Bei Raucherinnen und Rauchern treten Neubildungen im Dickdarm etwa doppelt so häufig auf wie bei Menschen, die nicht rauchen.

Trinken Sie weniger Alkohol und nicht täglich!

Bei Darmkrebs hat sich erwiesen, dass ein Alkoholkonsum von 100 Gramm pro Woche das Er­krankungsrisiko um 15% erhöhen kann. Eine halbe Maß Bier oder ein Glas Wein enthalten bereits etwa 20 Gramm Alkohol.

Essen Sie mehr frisches Obst und Gemüse!

Eine ausgewogene vollwertige und ballaststoffreiche Kost kann dazu beitragen, Darmkrebs vorzubeugen. Begrenzen Sie die Aufnahme von Nahrungsmitteln, die tierische Fette enthalten. Rotes beziehungsweise verarbeitetes Fleisch sollte nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Treiben Sie einmal am Tag Sport!

Für Erwachsene wird täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung empfohlen.

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Ausgewogene Ernährung, körperliche Bewegung und Sport gehören zusammen. Mit dem richtigen Körper­gewicht fühlen Sie sich wohl und fördern Ihre Gesundheit.

 

Quelle: Bayerisches Staatsministerium der Gesundheit